Yoga für Buchtwächter

Fitnessfans wissen es längst: Baywatch ist jetzt im Kino, natürlich mit atemberaubenden Workout-Demonstrationen. Aber wusstet Ihr auch, dass vor 19 Jahren ein offizielles Baywatch-Yogaprogramm erschienen ist?

Das VHS-Video selbst habe ich bisher nicht in die Hände bekommen (und hätte sowieso kein passendes Abspielgerät mehr in Betrieb). Aber das Yogaprogramm lässt sich leicht aus anderen Quellen zusammensuchen. Damit Ihr direkt loslegen könnte, habe ich das für Euch bereits erledigt. Das Ergebnis ist eine meiner semi-professionellen Meinung nach sehr runde Yoga-Einheit.

Wie sonst auch verlinke ich hier keine Fremdseiten zu den Asanas, sondern überlasse es Euch, ob Ihr lieber Texte, Bilder oder Videos anschauen wollt. Aber die gewählten Sanskrit-Schreibweisen führen in gängigen Suchmaschinen schnell zu passenden Anleitungen.

In diesem Sinne: One, Two, Malibu! Selbst wenn der Kinofilm im Gegensatz zur Serie in Florida spielt.

  • Tadasana (Berg) [1]
  • Vriksasana (Baum) [1][2]
  • Parivritta Virabhadrasana (Gedrehter Krieger) [2]
  • Adho Mukha Svanasana (Herabschauender Hund) [1][2]
  • Anahatasana (Schmelzendes Herz, Welpe) [2]
  • Marjaryasana (Katze) [2]
  • Bitilasana (Kuh) [2]
  • Savasana [2]

[1] „Review“ zu „Baywatch Yoga Rhythms“ auf Videofitness.com vom 16.01.1999
[2] „Review“ zu „Yoga Rhythms: Baywatch“ auf Amazon.com vom 29.03.2008

Yoga ohne Hoppla

Eine App, die bei Balance-Haltungen meldet, wenn eine Ausführung zu wackelig ist – braucht man das wirklich?

Wer diese Frage mit „muss ich haben“ beantwortet hat, der sollte die seit gut 3 Jahren kostenlos im Google Play Store erhältliche App „Yoga Balance Sensor“ dringend ausprobieren. Die Stabilität der Haltung wird geradezu wissenschaftlich analysiert. Wie oft gewackelt? Und wie stark? Fand im Laufe der letzten Yoga-Einheiten eine Verbesserung statt?

Mir persönlich gefällt der Ansatz. Auch wenn es im Yoga (Asana-Wettbewerbe mal außen vor gelassen) nicht um Höchstleistungen geht. Trotzdem ist es schön, gefühlte Fortschritte auch objektiv bestätigt zu bekommen. Und objektiver als mit dieser App geht es kaum noch.

Impuls 14

„[…] die aus der Praxis und dem Experiment gewonnene Erfahrung […] ist das, was auch der indische Denker Patanjali in seinen Yoga-Sutras […] aufzeichnete. […] Patanjali hat sein Werk als Beschreibung des Weges zur Selbstbefreiung durch Erlangung von Samadhi – Ruhe des Geistes – konzipiert, eine rein technische Angelegenheit geistiger Übung frei von jeder religiösen Überzeugung.“ (Andreas Hantscher in „Antroposophie in Geschichte und Gegenwart“, herausgegegen von Rahel Uhlenhoff im Berliner Wissenschafts-Verlag, 1. Auflage Oktober 2011)

„Ignatius von Loyola […] legt auf […] Gewissenserforschung allergrößten Wert. […] Andere brauchen eine Yoga- oder Zen-Übung, setzen sich hin, atmen, machen vielleicht sogar einen Kopfstand. Wir sollten so etwas nicht belächeln, sondern uns schlichthin fragen: Was hilft dir […]“ (Dr. Josef Sudbrack in „Referate der Studientagung der Österreichischen Bischofskonferenz vom 23. bis 25. Oktober 1985“)

Auf Trendsuche

Ich konnte mich heute auf einer kleinen regionalen „Trendmesse“ nach neuen Entwicklungen im Fitness-Bereich umschauen. Und ich habe tatsächlich ein Thema entdeckt, über das zur Zeit noch nicht jeder schreibt.

Wie man auf dem Foto erkennen kann, habe ich mich etwas intensiver mit Vibrationstraining beschäftigt. Gut, das ist für sich genommen keine Neuheit. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1880 zurück [1]. Auf der Messe „RegioTrend“ habe ich nun erfahren, dass inzwischen auch Yoga auf Vibrationsplatten durchgeführt wird. Und dieses Fusionstraining ist tatsächlich noch ein recht unbekanntes Juwel.

Ein wenig Recherche hat mir gezeigt, dass es neben einschlägigen Videos auch Literatur zu diesem Thema gibt. Dort wird als Übung beispielsweise der „Baum“ (Vriksasana) empfohlen [2]. Ich hatte allerdings mit dem „Stuhl“ (Utkatasana) schon genug zu tun. Für eine knackig-kurze Yogaeinheit hat mir die Idee aber insgesamt sehr gut gefallen.

[1] Alfio Albasini, „Using Whole Body Vibration in Physical Therapy and Sport“, Elsevier Churchill Livingstone (2009)

[2] Mel Rebon, „A Handbook for Yogasana Teachers“, Wheatmark (2009)

Impuls 13

In den Mai tanzen kann jeder. Wie wäre es stattdessen mit Yoga in der Walpurgisnacht?

Die Nacht in den 1. Mai ist traditionell ein Zeitpunkt für ausgiebige Feiern. Mancherorts wird gemeinsam mit Hexen getanzt, anderswo ohne. Einen etwas weniger traditionellen Vorschlag hatte letztes Jahr die schwedische Ausgabe der Zeitschrift ELLE in petto: Walpurgis-Yoga [1].

Schwedisch kann ich zwar nicht, aber als Möchtegern-Yogalehrer habe ich zumindest auf den zugehörigen Bildern erkannt, worum es geht. Hier als kurzfristige Anregung zur kommenden Nacht die wichtigsten Asanas:

  • Vriksasana (Baum)
  • Viravadrasana (Standwaage)
  • Tadasana (Berg)
  • Navasana (Boot)

[1] Anja Forsnor, „VALBORGSPEPP OCH CLUB YOGA“, ELLE Sverige (2016)

Yoga mit Blubb

Viele Yoga-Sequenzen betteln geradezu darum, abseits der Yoga-Matte durchgeführt zu werden. Manche wollen sogar am liebsten ins Wasser. Gerade erst bin ich solch einer Bitte nachgekommen.

Im Yoga-Programm „Bodybalance“ von „Les Mills“ bin ich auf eine Übung namens „Breathing Sequences“ gestoßen. Das Ziel ist dabei, die Atemluft sinnbildlich mit den Händen zur Nase zu schaufeln [1]. Ich habe mich gleich gefragt, ob man tatsächlich mit der Luft auskommen kann, die man sich mit den Händen zuführt. Ermutigt dadurch, dass „Les Mills“ auch Wassergymnastik anbietet [2] und allgemein auf die Kombinierbarkeit der Kurse achtet [3], habe ich die Übung ins nasse Element verlegt.

Beim Sporttauchen habe ich schon oft einen äußerst meditativen Zustand erlebt. Gerade dann, wenn es im Wasser außer den eigenen Luftblasen kaum etwas zu sehen gab. Die „Breathing Sequences“ haben mich sehr daran erinnert. Wobei die Übung natürlich die Entspannung noch mehr in den Vordergrund stellt, verbunden gleichzeitig mit einem deutlich geringeren Aufwand. Aber auch mit Einschränkungen. Denn mit dem Gesicht im Wasser funktioniert diese Übung garantiert nicht, wenn die Atmung zu schnell ist. Zur Ruhe kommen muss man schon vorher. Und auch dann ist es durch die Nase sehr schwierig. Durch den Mund geht es etwas besser. Ab und zu muss man aber doch das Gesicht aus dem Wasser nehmen.

Dennoch: Für den, der den Bogen raus hat, bekommt das Wort „tiefenentspannt“ selbst im flachen Wasser eine ganz neue Bedeutung.

[1] Bodybalance Program Manual (2006)

[2] Katalog Club Med (2015)

[3] YMCA Maquoketa, „Group Fitness Calendar“ (2014)

Zombie-Fit

Dass sich Kettlebells im Falle einer Zombie-Invasion zur Verteidigung auf kürzester Distanz gut eignen würden, leuchtet sicher ein. Wie man eine reale Kettlebell jedoch in einem Virtual-Reality-Shooter sogar als Schusswaffe nutzen kann und dabei noch fleißig diverse Muskelgruppen trainiert, das erfahrt Ihr hier in diesem Artikel.

Zuerst einmal benötigt Ihr die App „Stalk-VR Survival Game“, die kostenlos sowohl im App Store als auch im Google Play Store erhältlich ist. In dieser App geht es darum, sich mit einer Pistole möglichst lange vor eine Horde Zombies zu schützen. Der Clou: Über die Kamera des Handys wird die Position und Ausrichtung einer Referenz-Fläche erfasst und virtuell in die Pistole verwandelt. Die Grafik-Datei für das als Referenz dienende Muster ist in der App-Beschreibung im App Store und im Google Play Store verlinkt.

Um das Muster mit der Kamera erfassen zu können, muss man ein Smartphone-VR-Headset nutzen, das die Kamera frei lässt. Bei einfachen Modellen aus Pappe lässt sich natürlich auch schnell eine kleine Öffnung an der Kamera-Position einfügen. Ich habe das Muster übrigens auf eine flache Kettlebell geklebt, was der virtuellen Pistole ein sehr reales Gewicht verleiht. Da man sich viel drehen und oft das Ziel wechseln muss, trainiert man im Spiel ganz nebenbei die Arme und das Körper-Zentrum. Der Abzug wird von der App übrigens ganz automatisch betätigt. Das ändert aber nichts an der Anstrengung, die schon nach wenigen Minuten deutlich spürbar wird. Doch wie es der Blog „Bingereader“ so schön formuliert: „Der Weltuntergang ist nichts für Weicheier“.