Crash-Test-Yoga

Unser Sohn hat ein neues Spielzeug. Und ich habe gleich mal ausprobiert, wie gut es sich für Kinderyoga eignet.

StikBots sind „inspirierend geformte Plastikfiguren mit Saugnäpfen an Händen und Füßen“ [1], mit denen eine „Vielfalt an Posen“ [1] gezeigt werden kann. Diese an Crash-Test-Dummies erinnernden Figuren bieten sich aufgrund ihrer Beweglichkeit geradezu dazu an, ein paar Asanas mit ihnen zu demonstrieren. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach ähnlich schräg wie die Bilder im Buch „Bush Yoga“ von Daniel Cota, allerdings deutlich besser für kleinere Kinder geeignet, die mit martialischen Actionfiguren noch nicht viel anfangen können. Selbst die Asanas Krieger 1 bis 3 sehen mit dem StikBot doch ganz friedlich aus, oder?

[1] Helen Caldwell, Stephen Cullingford-Agnew, „Technology for SEND (Special Education Needs or Disabilities) in Primary Schools“, Learning Matters London (2017)

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Mit Yogienaut auf Amenophis

Keiner fliegt schneller durchs Weltall als der Yogienaut. Oft redet er sogar noch schneller als seine Rakete fliegt. Aber nicht, wenn ihn jemand fragt, wie er heißt. Dann wird der Yogienaut beim langen -ie- plötzlich langsam: YoGie…Naut! Denn manche Sachen macht der Yogienaut gerne langsam. Besonders während er einen neuen Planeten erforscht. So wie heute mit uns.

Diesmal sind wir auf einem wirklich merkwürdigen Mini-Planeten gelandet, nämlich auf Amenophis. Schon beim Landeanflug ist uns aufgefallen, dass Amenophis anders ist als andere Planeten. Er hat nämlich einen Rüssel wie ein Elefant. Der Yogienaut weiß auch, wozu er den braucht – um sich immer mal wieder selber so richtig zu umarmen. Denn Amenophis bekommt nur selten Besuch und fühlt sich oft sehr einsam. Deswegen ist Amenophis ein wahrer Meister im Sich-Selbst-Umarmen. Das tut übrigens auch dann gut, wenn man eigentlich gar nicht so einsam ist wie Amenophis. Der Yogienaut zeigt uns, wie das geht.

Toll klappt das, wenn wir uns ganz tief hinhocken und unsere Beine dabei geschlossen sind. Wir umklammern dann einfach mit unseren Armen unsere Unterschenkel. Und wir bleiben so lange hocken, wie uns das gefällt. Versuchen wir es doch mal!

Umgekehrt geht das auch wunderbar. Wir setzen uns hin und heben unsere Beine vom Boden. Wir umklammern mit unseren Armen unsere Oberschenkel und ziehen sie an unseren Bauch. Die Unterschenkel lassen wir locker runterhängen. Finden wir doch mal heraus, wie lange wir so sitzen können!

Eine ganz andere Möglichkeit, sich selber zu umarmen, kann man auf dem Bauch ausprobieren. Wir legen uns einfach mit dem Bauch nach unten hin und beugen die Knie, so dass die Unterschenkel aufgerichtet sind. Dann schnappen wir uns unsere Füße und ziehen sie leicht zum Po. Wieder machen wir das so lange, wie sich das angenehm anfühlt. Fangen wir an!

Auf dem Rückweg zur Rakete verschränken wir zum Abschied unsere Oberarme so vor dem Köper, dass sich unsere beiden Handrücken berühren. Wir machen das zweimal, so dass jeder Arm einmal vorne ist. So macht man das auf Amenophis. Der Yogienaut nimmt uns wieder mit in seine Rakete. Und wir sind schon ganz gespannt, wohin wir das nächste Mal fliegen.

Virtuelle Radrennbahn

Schon lange hatte ich den Trainingsradnutzern meiner Familie in Aussicht gestellt, nach einer passenden Virtual-Reality-App für sie zu suchen. In die engere Auswahl hat es nur eine einzige App geschafft.

Mit der VR-App „VR Fitness Marathon Race“, seit Januar kostenlos erhältlich im Google Play Store, begibt man sich auf eine virtuelle Radrennbahn. Die Kopfbewegungen bei der Nutzung des Trainingsrades werden von der App registriert und zur Fortbewegung in der virtuellen Realität umgesetzt. Zumindest in der Theorie. In der Praxis kommt man virtuell so nicht von der Stelle. Man kann die App auch so konfigurieren, dass Joggen auf der Stelle das Pedaletreten ersetzt. Das klappt dann recht gut, selbst wenn man nicht joggt, sondern im Stehen Rad fährt. Auf dem Foto lässt sich erkennen, dass die App eine Distanz von 512 Metern anzeigt, das Trainingsrad 420 Meter. Gar nicht so übel.

Worauf man sich, gerade bei den demnächst zu erwartenden Osterleckereien, aber nicht verlassen sollte, ist die Anzeige der verbrauchten Kalorien. 71,7 (k)cal zeigt die App hier an, das Trainingsrad weiß nur was von 2 kJ (ungefähr 0,5 kcal). Ganz so leicht, wie die App das vortäuscht, lässt sich der Kalorienüberschuss dann doch nicht loswerden.

Mit Yogienaut auf Tuthmosis

Keiner fliegt schneller durchs Weltall als der Yogienaut. Oft redet er sogar noch schneller als seine Rakete fliegt. Aber nicht, wenn ihn jemand fragt, wie er heißt. Dann wird der Yogienaut beim langen -ie- plötzlich langsam: YoGie…Naut! Denn manche Sachen macht der Yogienaut gerne langsam. Besonders während er einen neuen Planeten erforscht. So wie heute mit uns.

An manchen Orten muss ein Planetenforscher gar nicht viel machen, um neue Dinge zu entdecken. Tuthmosis ist ein solcher Ort. Auf diesem Mini-Planeten befindet sich der sagenumwobene Weltensessel. Nirgendwo im Weltall hat man eine schönere Aussicht auf die Sterne. Klar, dass der Yogienaut uns das unbedingt zeigen möchte. Wir sind auch schon da.

Sofort merken wir, dass uns der Yogienaut nicht zu viel versprochen hat. Der Anblick der endlosen Sternenwelten ist von hier aus einfach unglaublich. Wir lassen uns auf dem Weltensessel nieder und schauen uns aufmerksam um. Wir könnten hier bis in alle Ewigkeit sitzen bleiben. Aber das lange Sitzen ist leider gar nicht so einfach. Das kennen wir ja schon von der Erde. Wenn wir lange im Bus fahren oder mit dem Flugzeug fliegen, dann fällt uns das Sitzenbleiben auch immer schwer. Zum Glück kennt der Yogienaut ein paar tolle Übungen, die uns dabei helfen.

Zuerst setzen wir uns auf unsere Hände und schieben langsam unseren Po nach hinten, bis er nicht mehr auf den Händen ist. Wir bleiben so und atmen dreimal langsam und tief ein und aus. Na los, das ist ganz einfach!

Als Nächstes knien wir uns hin und setzen uns mit dem Po auf unsere Fersen. Dabei machen wir uns gleichzeitig so groß und gerade wie möglich. Und wieder bleiben wir drei lange und tiefe Atemzüge lang so sitzen. Worauf warten wir noch?

Zum Schluss setzen wir uns wieder normal hin und stützen uns mit unserem rechten Ellbogen auf unserem linken Knie ab, wieder drei lange und tiefe Atemzüge lang. Also: Auf die Plätze… Fertig… Abstützen!

Dann machen wir das umgekehrt, mit dem linken Ellbogen auf dem rechten Knie. Die drei langen und tiefen Atemzüge nicht vergessen! Und: Auf die Plätze… Fertig… Abstützen!

Wir genießen noch ein wenig die Aussicht, bevor wir wieder zur Rakete zurück gehen. Dabei wackeln wir zum Abschied ein wenig mit dem Po, als wären wir eine watschelnde Ente. So macht man das auf Tuthmosis. Der Yogienaut nimmt uns wieder mit in seine Rakete. Und wir sind schon ganz gespannt, wohin wir das nächste Mal fliegen.

KIYO

KIYO, das klingt wie der Name eines kleinen Abenteurers, vielleicht des geheimen Bruders von Huckleberry Finn. Eigentlich ist es aber die gängige Abkürzung von Kinderyoga. Wobei die Yoga-Kinder auch selbst zu kleinen Abenteurern werden.

Heute hatten wir die Gelegenheit, kurz vor Hamburg an einem kleinen Event für Kinderyoga teilzunehmen. Organisiert von einer Buchhandlung wurde eine etwas verkürzte Yogastunde vorgeführt. Aufgrund der großen Nachfrage gleich zweimal hintereinander. Mein Sohn hat endlich die Gelegenheit bekommen, einen anderen Yogalehrer als seinen Papa ausprobieren zu können. Dafür, dass er erst knapp 3 Jahre alt ist, hat er wirklich gut mitgemacht. Das lag sicher auch daran, dass die verantwortliche Yogalehrerin ein Großaufgebot an Utensilien aufgefahren hatte.  Klangschale, Stofftiere, eine Schüssel mit Wasser.

Gerade die Schüssel mit Wasser fand ich persönlich richtig gut. Einerseits in ihrer Anwendung: Die Kinder durften nacheinander jeweils einen Stein hineinwerfen, mussten damit aber immer warten, bis das Wasser nach dem Steinwurf des Vorgängers wieder ruhig geworden war. Eine einfache und effektive Methode, die Kleinen zur Ruhe zu bringen. Und andererseits symbolisiert die Schüssel für mich auch meinen Gesamteindruck: Selbst Yogalehrer, die sich auf Kinderyoga spezialisiert haben und zumindest teilweise davon leben, kochen eben auch nur mit Wasser.

Impuls 18

Neue Kinderyoga-Geschichten lassen hier noch auf sich warten. Ich bin aber dran. Ideen für neue Weltraum-Abenteuer habe ich inzwischen schon einige. Geholfen hat mir dabei Paul Scheerbart, sozusagen der unbekannte Jules Verne Deutschlands.

Bei Paul Scheerbart habe ich nun auch zwei Textpassagen entdeckt, die mir wichtige Grundzüge einer achtsamen Yoga-Praxis mal wieder vor Augen führen. Selbst wenn ich offiziell in erster Linie zum Anleiten eines dynamischen Yoga-Stils qualifiziert bin, so stellt für mich das achtsame Verweilen in einer Haltung nämlich den eigentlichen Kern der körperlichen Yoga-Übungen dar. Meine „kleinen“ Leser werden das demnächst wieder in kindgerechter Form erfahren, verbunden mit den zahlreichen Weltraum-Motiven, über die ich ja überhaupt erst bei Paul Scheerbart gelandet bin. Und für die „großen“ hier nun Achtsamkeit in Reinstform.

„Streben wir nach Ruhe oder nach Bewegung? Wär´s nicht besser, wenn ein Moment still stehen bliebe wie ein alter Träumer?“ (Paul Scheerbart, „Die wilde Jagd“, September 1900)

„[…] jeder Gedanke, jede Vorstellung erzeugt eine bestimmte Nervenbewegung, eine bestimmte Bewegung des ganzen Körpers […]“ (Paul Scheerbart, „Wunderfabelbuch“, Heft 1 aus Jahrgang 1893)

Spiel mit dem Feuer

Meinen Fitness-Tipp von letzter Woche zu Feuerwehr-Workouts fandet Ihr spannend, aber Ihr hättet gerne noch mehr Action? Dann schnappt Euch ein VR-Headset und ein Gewicht.

Mit der VR-App „Wildfire VR“, kostenlos erhältlich im Google Play Store, könnt Ihr Eure Fitness einer Feuertaufe unterziehen, beim Löschen eines ausgedehnten Flächenbrandes. Aufgabe: auf einem fahrenden Fahrzeug stehend die Löschkanone in alle Richtungen drehen, immer dahin, wo Brandstellen zu erkennen sind. Außer einer Drehung um die eigene Achse sind dazu keine weiteren Bewegungen erforderlich. Wer ein Gewicht einhändig vor den Oberkörper hält, hat dabei tatsächlich einen sehr realistischen Eindruck. Einhändig deshalb, weil mit der zweiten Hand Wasserstöße ausgelöst werden. Entweder durch Antippen des Displays, falls das VR-Headset eine entsprechende Aussparung hat. Oder durch Betätigen eines Bluetooth-Controllers im Maus-Modus.

Besonders gut geeignet sind Gewichte, die sich im „Rack“ halten lassen, d.h. der Arm, der das Gewicht mitführt, liegt angewinkelt mit nach unten zeigendem Ellbogen eng am Oberkörper. Das geht beispielsweise mit einer Kettlebell oder einem Sandbag. Nach einem erfolgreichen Einsatz aber nicht vergessen, den anderen Arm gleichermaßen zu trainieren. Also einfach die Hände tauschen. Wasser marsch!